Das Haus ohne Augenbrauen
Das »Looshaus« auf dem Wiener Michaelerplatz sorgte schon vor seinem Bau für Aufruhr in der Kaiserstadt. Heute, 100 Jahre nach der Eröffnung, ist es Ziel Kulturinteressierter aus aller Welt.
Das »Looshaus« auf dem Wiener Michaelerplatz - auf unserem Bild in der »blauen Stunde« aufgenommen - ist Ziel unzähliger Kulturinteressierter aus aller Welt.
Erschienen im "Österreich Journal", Ausgabe 78 vom 30. November 2009
http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_078.htm
Zum besseren Verständnis dafür, warum das "Looshaus" am Michaelerplatz vor rund 100 Jahren für einen handfesten, wie es hieß, den "größten" Architekturskandal der Geschichte sorgte, ist es notwendig, ein wenig von der Umgebung des "Aufregers" zu wissen. Der Kreuzungspunkt des ursprünglich römischen Strassenzugs Augustinerstrasse-Herrengasse mit dem radialen Zug Tuchlauben-Kohlmarkt-Burgtor hatte seit jeher eine wichtige, immer gleichbleibende Verkehrsfunktion und stand damit auch in besonderem öffentlichem Interesse. Bereits seit 1252 befindet sich dort die Michaelerkirche. Um 1700 entstehen Pläne für den Gesamtausbau der Hofburg, in denen sich der Michaelerplatz zum „Prospekt einer Hauptfassade der kaiserlichen Burg und zum wichtigsten Platz Wiens überhaupt” entwickelt. Es sollte fast 200 Jahre dauern, bis der Platz zwischen der Stadt und der kaiserlichen Residenz ein harmonisches Bild erhält: die Michaelerfront der Hofburg wird im Stile des Neobarocks nach vorhandenen Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach ausgeführt.
Alle Fotos: Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien / ÖJ / Michael Mössmer
Quellen, die wir für diesen Beitrag herangezogen haben: Amtsblatt der Stadt Wien, Nr. 85, Jg. 19. Oktober 1910; Loos, Adolf: Die Potemkin'sche Stadt, Verschollene Schriften 1897–1933, herausgegeben von Adolf Opel, Neuauflage, Wien: Georg Prachner Verlag, 1997, S. 122f.; Seminararbeit "Das Looshaus am Michaelerplatz in Wien" von Anna Léa Rosenberger, Universität Passau, Lehrstuhl für Kunstgeschichte und Christliche Archäologie, 2003, erschienen beim GRIN Verlag für akademische Texte, München
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/108075.html
und Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, http://www.raiffeisenbank.at
